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Schrank-Idee
Im Flur von Haus 5 im Hafenkrankenhaus steht
ein mehrflügeliger großer Wandschrank.
Jetzt ist er unbenutzt, die in ihm einmal aufbewahrten Dinge sind verschwunden.
An der Wand im Gebäude, an der er eingebaut wurde, wird er kaum
beachtet. Es ist eine Durchgangssituation, die Besucher/innen gehen
vorüber.
Die Künstlerin hat vor ihm Halt gemacht. Die mögliche Geschichte
dieses Schrankes, Teil des nun nicht mehr benutzten Hafenkrankenhauses,
setzt Vorstellungen in Bewegung. Der Gegenstand selbst gibt darüber
nichts preis.
Es entsteht die Idee, ihm mittels architektonischer Eingriffe und verschiedener
Materialobjekte eine neue sinnliche Qualität zu geben, die die
eigenen Vorstellungen mit der Materie des Schrankes verknüpfen.
Mehrmalige Begehungen, die sinnliche Annäherung, in der Nähe
gefundene Gegenstände, Zeichnungen und erste skizzenhaft zu nennende
Skulpturen aber haben deutlich werden lassen, daß an das, was
der Schrank einmal bedeutete und für die Künstlerin nun bedeutet,
auf diese Weise nicht zu erinnern ist.
Es entsteht das Konzept, die Zeichnungen zu präsentieren, die den
Betrachter/innen eine Vorstellung des neu gedachten Schrankes vermitteln.
Dieser aber bleibt verschlossen und ermöglicht keine Sicherheit
darüber, ob die Ideen (Zeichnungen) Wirklichkeit geworden sind.
Silvia Baumgart
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